Bodo Hornig

Wir dürfen vorstellen: Der Durchschnittskosteneffekt des Fonds-Sparplans.

Sehr geehrte Investoren,

der Durchschnittskosteneffekt (englisch: Cost Average Effect) ist ein schwieriges Wort, aber leider nicht zu ändern.

Was bedeutet Durchschnittskosteneffekt? Grundsätzlich etwas sehr gutes für Sie. Deshalb lieben wir Sparpläne besonders in turbulenten Marktphasen.

Warum? Die Unterschiede zwischen Einmalanlagen und Sparplänen in ein und denselben Aktienfonds sind eindeutig. Während ich bei einer einmaligen Anlage das Risiko habe, zu einem ungünstigen Zeitpunkt alles zu investieren, vermindert sich dieses Risiko, wenn ich in einem Sparplan ratierlich kaufe. Da jede Medaille aber zwei Seiten hat, gilt auch: Wenn es gerade ein sehr günstiger Kaufzeitpunkt für eine Einmalanlage ist, dann trage ich das Risiko, mit einem ratierlichen Sparplan eine geringere Rendite zu erzielen.

Dennoch bleibt festzuhalten: Im Zweifel lieber ratierlich in Fonds investieren, denn niemand kann vorhersagen, ob der Kaufzeitpunkt für eine einmalige Anlage ideal ist. Egal wie sicher man sich fühlt: Das Risiko reduziert sich nachweislich.

Nachfolgend zwei Charts anhand eines Beispiel-Fonds:

Hätte man den Fonds (ein in jeder Marktphase – ob steigend oder fallend – immer voll in Aktien investierter Fonds) als Einmalanlage zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt im Jahre 2000 gekauft, wäre man nach 15 Jahren immer noch deutlich im Minus.

NA Einmalanlage

Kaum zu glauben, aber der Fondsmanger hat – zu Recht – in den letzten Jahren einige erste Plätze in Bewertungen von Fachzeitschriften belegt, denn er hat hervorragende Ergebnisse geliefert. Leider kann das der Fondskäufer aus dem Jahr 2000 nicht verstehen.

Als Sparplan hat derselbe Fonds ein überraschendes Ergebnis geliefert: die extremen Schwankungen haben dazu geführt, dass auch bei günstigen Kursen immer wieder automatisch nachgekauft wurde und im selben Zeitraum ein deutliches Plus erwirtschaftet.

NA Sparplan

Fazit:

Jeder Fonds hat Vorgaben, an die sich der Manager halten muss. Im oben gezeigten Beispiel-Fonds muss der Manager, auch wenn die Märkte fallen, immer zu nahezu 100% in Aktien investiert sein. Was gut bei steigenden Kursen ist, wird zum Nachteil bei fallenden. Der Sparplan federt das Risiko ab. Nicht das Fondsmanagement ist also schlecht, sondern wir als Anleger müssen wissen, wie man mit dem jeweiligen Fonds umgehen muss. Natürlich gibt es auch Fonds, die uns diese Arbeit abnehmen und auch mal keine Aktien halten müssen, wenn die Märkte gerade fallen. Wie immer beraten wir Sie gern zu Ihren Anlagen.

Ihre Bodo und Dennis B. Hornig